Humanökologie

Die Humanökologie ist eine immer noch junge wissenschaftliche Disziplin, deren Lehr- und Forschungsgegenstand die Wirkungszusammenhänge und Interaktionen zwischen Gesellschaft, Mensch und Umwelt sind. Ihr Kern ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die physische, kulturelle, wirtschaftliche und politische Aspekte einbezieht. Der Begriff Humanökologie geht auf die frühen philosophischen, soziologischen und sozialpsychologischen Arbeiten an der Universität von Chicago und die hiernach benannte Chicagoer-Schule der Sozialwissenschaften zwischen 1900 und 1935 zurück und verbreitet sich seitdem als Forschungsperspektive in den Natur-, Geistes-, Sozial- und Planungswissenschaften ebenso wie in den Gesundheits- und Umweltwissenschaften. Nicht zuletzt blickt sie dabei auch auf eine lange Tradition in den freien Künsten, der Architektur und der Literatur zurück.

Interdisziplin Humanökologie

In einigen Ländern wurden bereits früh universitäre Lehrstühle eingerichtet. Zu den wichtigsten Gründungsvätern zählen:

William Isaac Thomas (1863 - 1947) Professur für Soziologie an der Universität von Chicago (1896 - 1917), der mit seinem Lehrbuch "Source Book For Social Origin" bereits 1909 die Grundlagen der Humanökologie legte.

Robert Ezra Park (1864 - 1944) Professur für Soziologie an der Universität Chicago (1914 - 1936) der mit einer Vielzahl von Artikeln und Lehrbüchern die Humanökologie in den Sozialwissenschaften etablierte und zugleich als Brückenschlag zu anderen Didziplinen und Künsten in Lehre und Forschung weiterentwickelte.

John Dewey (1859 - 1952), Professur für Philosophie an der Universität von Chicago (1894 - 1904), der mit "Human Natur and Conduct" 1922 die philosophischen Grundlagen der Humanökologie absicherte.

George Herbert Mead (1863 - 1931), Professur für Sozialpsychologie an der Universität von Chicago (1894 - 1931), dessen posthum 1932 erschienenes Buch "Philosophy of the Present" beispielhaft den sozialwissenschaftlichen Brückenschlag zu Einsteins Relativitätstheorie versucht.