Die Wehrle-Charette - Entwicklungspläne bis 2025

Das Werk und die Hochschule im Wehrle Werk

Betrachtet man den heuteigen Bestand des Wehrle-Werks aus der Dachaufsicht gibt eine gute Übersicht. Von besonderen Interesse ist hier zunächst Halle 2, hier durch das hellblaue Dach links auf dem Werksgelände zu sehen. Nach den Ergebnissen der Charrette Emmendingen könnten insebsondere die Flächen westlich der Halle 2 und das westliche Drittel der Halle 2 für die Hochschule genutzt werden. Zusätzlich sollte das südliche Viertel der Halle als Fläche einbezogen werden können.

Links von Halle 2 ist das alte Heizhaus zu sehen, was abgebrochen werden soll und damit eine Freifläche, einen Platz für die Hochschule bieten würde. Die alte Werkskantine an linken Rand dieses Platzes könnte als Meeting- und Dining-Hall ebenfalls von der Hochschule genutzt werden.

Bestandsplan 2012
Bestandsplan 2012

 

Von großer Bedeutung für eine Umgestaltung des Werksgeländes sind die vorhanden Freiflächen auf der rechten Seite des Plans zur Moltkestraße hin.

In einem ersten Phase bis 2015 könnte auf dieser Seite des Werksgeländes eine neue Halle entstehen, indem zunächst die kleine Halle 10 zurückgebaut wird. Der Rückbau weiterer Gebäude und Schuppen einschließlich des Kesselhauses schafft auf der linken Seite einen Platz bzw. Freifläche (grün) für die Hochschule, die für unterschiedliche Zwecke, für Austellungen und Forschungen aber auch als öffentlicher Raum für alle Emmendinger genutzt werden kann.

Masterplan 2015
Masterplan 2015


Die Maßnahmen auf der rechten (östlichen) Seite sind als wichtigste städtebauliche Änderung zu sehen. Bislang bot sich den Anwohnern ein uneigeschränkter Blick
auf das offene Lager, den Kranbetrieb sowie die Be- und Entladevorgänge mit entsprechendem Lärm. Diese Situation wird durch die bauliche Schließung des Werkgeländes städtebaulich verbessert.

Die heutige Einfahrt für Schwertransporte auf das Werksgelände an der Schlosserstraße erfolgt durch die Demontage der vorhandenen Zäune. Dadurch entsteht das Problem, dass die Transporter oft in der Schlosserstraße östlich der Moltkestraße warten müssen, während der Zaun demontiert wird.

Vorgesehen ist, das zeigt der Masterpla 2015, die Errichtung von Bürogebäuden (drei-geschossig plus ausgebautem Dach) in Form einer Blockrandbebauung entlang der Moltkestraße und Hochburger Straße. Dieses Ensemble bildet einen Werkhof, der die umliegende Wohnbebauung vor möglichen Lärm schützt. Der Kran wird auf den Hof umgesetzt und ist dadurch kaum zu sehen oder zu hören.

Die Gestaltung der Bürogebäude ist so konzipiert, dass sie sich in die bestehende Struktur der Nachbarschaft einfügt und ein harmonisches Ensemble bildet. 

Um das Problem der Störung der Anwohner in der Schlosserstrasse durch Transporte zu lösen, wird ein neues Einfahrtstor an der Hochburger Straße vorgesehen, das direkt in den neuen Werkhof führt. Das Tor selbst ist zurückgesetzt, um ca. 20 Meter Stehfläche für den Transporter zu schaffen. Diese Stehfläche gewährleistet, dass die Hochburger Straße von keinem Schwertransporter blockiert wird.

Masterplan 2020

Masterplan 2020


Der Masterplan 2020 zeigt die Entwicklung des Geländes zwischen Halle 5 und Markgrafenstrasse.

Hier werden die alten Gebäude mit Sozial- und Waschräumen sowie die 3 Gebäude, in denen sich heute noch die Büros befinden, nach der Errichtung der neuen Blockrandbebauung entlang der Hochburger Straße, Moltkestraße und Schlosserstraße abgerissen.

Dieser Rückbau schafft mehr Frei-, Forschungs-, Lehr- und Experimentalfläche für die Hochschule.

Masterplan 2025
Masterplan 2025

5 Jahre später hat sich das Gelände deutlich weiterentwickelt. Der Masterplan 2025 zeigt die Entwicklung des Geländes zwischen Halle 5 und der Markgrafenstraße. Hier werden (links hinter der Einfahrt Bismarkstr.) die zwei letzten alten Gebäude abgerissen, um Platz für eine Neubauerweiterung der Hochschule zu schaffen. Ein neues Gebäude entlang der Bismarckstraße dient als zusätzlicher Wohnraum für die Studierenden der Hochschule.

Masterplan 2025 - Dachaufsicht mit Öffnung des Mühlbachs im Hochschulteil
Masterplan 2025 - Öffnung des Mühlbachs

In Sandton gehalten sind die Flächen der vorgesehenen europäischen Hochschule der Humanökologie. Hellgrau sind die neu bebauten Flächen sowie die neuen Zufahrten des Wehrle-Werks dargestellt.

Der Plan zeigt einen öffentlichen Weg zwischen der Ecke am Parkhaus und der Ecke Bismarkstraße/Markgrafenstraße, der durch die Hallen der Hochschule, entlang dem Verlauf des Mühlbaches führt. Der Bach könnte teilweise wieder geöffnet werden, oder als flaches lineares "Bächle" den ursprünglichen Verlauf symbolisieren. Die Teilung der Hallen ermöglicht der Hochschule sich in Phasen zu etablieren und auszubauen. Die individuellen Gebäudeteile der Hochschule könnten zudem durch gläserne Brücken in den Obergeschossen verbunden werden.

Im Ergebnis wird sich das Wehrle-Werke sehr viel kompakter in das Stadtbild einfügen und ist gleichzeitig auch besser nach Außen abgeschlossen. In Gegensatz dazu wird das Gelände der Hochschule weitaus offener sein und sich besser mit der Innenstadt verbinden.

Wie harmonisch sie die Fassaden des Wehrle-Werks in das Straßenbild der Hochburgstraße einfügen könnte, vermitteln die beiden folgenden Varianten der Planung.

Fassaden des Wehrle-Werks in der Hochburger Straße
Fassaden Hochburgstrasse

Die obersten beiden Reihen zeigen die Lage und die Ansichten aller bestehenden Gebäude entlang der Hochburger Straße.

Zur Zeit wirken die Fassaden der vorhanden Gebäude, wie die zweite Reihe von oben zeigt, sehr massiv, unattraktiv, und ohne Bezug zum menschlichen Maßstab. Einzelne Fassaden könnten durchaus attraktiv sein. Im Zusammenhang mit den dominanten Hallen und dem Parkhaus geht aber die Wirkung verloren. Jedes Gebäude steht für sich allein und die Hallen bilden kein zusammenhängendes Ensemble.

Die beiden Bänder darunter zeigen Gestaltungsmöglichkeiten, die hier abhängig von Preis und Machbarkeit zum Einsatz kommen könnten, um ein attraktiveres Straßenbild zu erreichen. Die individuellen Fassadenelemente eines jeden Gebäudes müssen im Zusammenhang mit seinen Nachbarn betont werden. So würde die massive Gesamtstruktur der Fassade des Werkes in hervorgehobene Elemente aufgelöst, welche die einzelnen Gebäude würdigt und so die  Gesamtwirkung harmonisiert.