Ein College der Humanökologie für Europa

Die Welt des 21. Jahrhunderts steht vor Herausforderungen globaler Ausmaße. Neben der größten Herausforderung, dem einsetzenden Klimawandel, muss die Menschheit vor allem dem nicht-nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, allen voran Luft, Wasser, Boden und biotische Ressourcen, wirksame neue Handlungsweisen entgegen setzen. Soll dies gelingen, so müssen wir vor allem unsere jungen Menschen in den Hochschulen zu Innovation, Experiment und den bedachten Auswirkungen von Handlungsweisen anleiten. Statt kanonisiertem Wiederholen des bereits Bekannten muss das systematische Entdecken des Unbekannten deutlich im Vordergrund stehen. Nicht das Abarbeiten fest strukturierter bekannter Wissensbestände durch die Studierenden, sondern die Anpassung des Programms, der Lehr- und Lerninhalte an die Förder- und Entwicklungsbedürfnisse der jeweiligen Studierenden muss dann im Vordergrund stehen. Zwar gibt es in Deutschland inzwischen eine ganze Reihe privater Hochschulen und auch einige, die diese Grundsätze auf ihre Agenda geschrieben haben, keine jedoch stellt sich bislang den genannten ökologischen Herausforderungen und dem damit verbundenen disziplinübergreifenden Brückenschlag zwischen Human-, Naturwissenschaften und den Artes Liberales in Lehre und Forschung. Dass ein solcher Brückenschlag gelingen kann, der zugleich die Förder- und Entwicklungsbedürfnisse junger Menschen ebenso wie das Ziel nachhaltiger Handlungsweisen befördert, dafür steht beispielhaft die Eco League (www.ecoleague.org), ein Verbund amerikanischer Hochschulen, die alle dem Prinzip der Liberal Art Colleges folgen. Angeführt von dem 1969 gegründeten College of the Atlantic (www.coa.edu) wird hier der Aufbau einer Hochschule gezeigt, deren Studienprogramm sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung verschrieben hat.

In Deutschland müssen wir, um Vergleichbares zu finden, weit in das 20. Jahrhundert zurückkehren, um mit dem Bauhaus in Weimar und Dessau eine Hochschule zu finden, die gleichermaßen ganzheitlich, disziplinübergeifend, praxis- und problemorientiert, aber doch mit wissenschaftlicher Fundierung, jungen Menschen kreatives Lernen und Gestalten als verantwortliche Berufsperspektive zu erfüllen, ermöglicht hat. An diese Tradition anknüpfend und die Erfahrungen der praktizierenden Hochschulen der Humanökologie in anderen Ländern aufgreifend, hat sich die Initiative die Gründung einer eurpäischen Hochschule für Humanökologie zum Ziel gesetzt, ein Lern- und Forschungsfeld für unsere jungen Menschen zu realisieren, welches Sie in die Lage versetzt, den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen mit neuen und nachhaltigen Handlungsweisen zu begegnen.